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| Clubmeisterschaft | CLUBCHRONIK | Sektion Tulln |
| Jahresausschreibungen | Chronik | |
| Termine | Im Sommer 1953 war es, als der damalige Generalrepräsentant von Triumph-Coventry, | Kontakt |
| Ergebnisse | Robert Wöhrer, mit einer Schar von 35 Leuten einen Club gründete, der den Namen der | Statuten |
| Meisterschaft | von ihm vertretenen Marke führte. Natürlich waren hier auch Geschäftsinteressen vorhanden. | |
| Galerie | Der große Hintergrund hieß aber: Sport. Denn Robert Wöhrer war ein Mann des Sports. | Historisches |
| Ergebnis Archiv | Hatte er doch anfangs der 50er-Jahre mit seinem Beifahrer Leo Häufler - zeitweilig war auch | Clubzeitung Nr.5 1968 |
| Fahrer | Gattin Steffi im Boot - den Staatsmeistertitel in der Seitenwagenklasse 500cm³. | Clubzeitung Nr.7 1969 |
| Clubzeitung Nr.8 1969 | ||
| Sonstiges | Fast jede in Österreich agierende Motorradmarke hatte damals seinen Club. Und wer sich | Broschüre 15 Jahre TCW |
| Was ist ein Sprintrennen? | an die Zeiten erinnert, weiß wie stark ein Horex-, AJS-, Jawa-, Puch-, BMW-, oder | Zeitungsartikel 1976 |
| Videothek | Matchless-Club damals war. Robert Wöhrer, bereits bei der Gründungsversammlung | Artikel 50 Jahre TWC |
| zum Präsidenten des Triumph Club Wien gewählt, brachte aber einige Atouts mit: | ||
| Erfahrung als erfolgreicher Sportsmann, Organisationsgefühl aus der Zeit, als er Präsident | ||
| des österreichischen Speedway-Rings war, vor allem aber das know how, mit dem man junge | ||
| Fahrer für den Wettbewerbssport begeistern kann. Und eine junge, erfolgreiche Mannschaft | ||
| war bereits auf Anhieb vorhanden. Was den Burschen fehlte, wahren geeignete Maschinen | ||
| und finanzielle Unterstützung. | ||
| Robert Wöhrer und seine Triumph-Generalvertretung setzten den Hebel an der richtigen Stelle an: | ||
| großzügig wurden Newcomer unterstützt, und schon führte der sportliche Weg des Clubs steil | ||
| zur Höhe! Ende der 50er-Jahre - der Club zählte bereits beinahe 200 Mitglieder - gab es keine | ||
| Veranstaltung im Sportkalender, bei der sich nicht Fahrer des Clubs in die Siegerlisten eintrugen. | ||
| Egal ob Wertungsfahrten oder Straßenrennen, egal ob Rallyes oder Bergrennen - die Teams mit | ||
| dem "Thunderbird-Emblem" waren immer an der Spitze zu finden und gelangten durchwegs zu | ||
| Meisterehren und drückten den Klassen bis 500cm³ und über 500cm³ ihren Stempel auf. Der | ||
| Triumph Club Wien begann ein Nachwuchs-Reservoir für den gesamten österreichischen | ||
| Motorsport zu werden. | ||
| Ab 1960 standen dem Club jedenfalls schlagkräftige Mannschaften für Renn- und Wertungssport | ||
| zur Verfügung. Allerdings zogen 1961 für den Sport in Österreich schwarze Wolken auf, der | ||
| Straßenrennsport stagnierte und verschiedene Strömungen würgten ihn zuletzt ab. Um so | ||
| stärker beteiligte sich der Club an Wertungsfahrten und begann daneben auch mit der Organisation | ||
| von Geländemeetings. Vor allem aber hatte mit dem Trial in Tulln die Geburtsstunde dieser Sparte | ||
| des Motorradsports in Österreich geschlagen. Von der Firma Castrol unterstützt, sollten die Tullner | ||
| Trials bald größte Popularität erreichen, um so mehr, da sie anfangs in den Kinowochenschauen | ||
| und später dann vom Fernsehen ins Programm aufgenommen wurden. | ||
| Ende des Jahres 1961, anlässlich einer Feier für Motorsportler, wurden dann die Weichen für die | ||
| Zukunft des Rennsports gestellt: Willy Löwinger, der Präsident des renommierten ÖASC | ||
| (Österr. Automobilsportclub) bot sich an, dem Motorradsport auf die Beine zu helfen. Der Club | ||
| sollte im Rahmen der damals berühmten ÖASC-Rennen Motorradläufe zur Austragung bringen. | ||
| Dass der Triumph Club Wien seine Chancen wahrnahm ist bekannt. Mit Begeisterung erinnert | ||
| man sich an die Flugplatzrennen in Aspern, Innsbruck, Klagenfurt, an die Bergrennen Dobratsch, | ||
| Gaisberg, Timmelsjoch, Axamer Lizum - hier wurde hart gefahren, hier kristallisierten sich neue | ||
| Fahrer des Clubs heraus, die bald auch zu internationalen Ehren kommen sollten. | ||
| Werner Bergold, der mit Hans Bahmer 1964 und 1965 das 6-Stundenrennen in Zandvoort/NL | ||
| gewann, Obmann Günter Weninger mit Partner Rudolf Wernegger den zweiten Platz belegten, | ||
| Karl Auer, der mit Rudolf Wernegger 1966 dieses Rennen ebenfalls gewann, Peter Holper, der | ||
| in Pistany einen Sieg herausfuhr, waren ebenso die Aushängeschilder des Clubs, wie die auf | ||
| Staatsmeistertitel programmierten Asse Hans Dastl, Günter Mach, Peter Reuckl, Hans Günter | ||
| Bauer, Fritz Frank und Max Fischer. Und diese Leute zogen wieder Neulinge mit, deren Zeit | ||
| noch kommen sollte. Auch gab es damals kaum eine Wertungsfahrt, bei der nicht Clubfahrer | ||
| in den Klassen bis und über 500cm³ dominierten. Das die internationalen Rallye-Siege heute | ||
| bereits Legende sind, braucht nicht extra erwähnt zu werden. Allein in England holte sich der | ||
| Club fünfmal die Trophy, zweimal in Belgien und auch Italien, Jugoslawien, Deutschland, | ||
| Ungarn und der CSSR waren die Siegerteams vom Triumph Club Wien. | ||
| Die immer stärker werdende Kapazität des Stammclubs erforderte bald die Eröffnung von | ||
| Sektionen. Dass diese Zweige vor allem für den Fahrernachwuchs bedeutend waren, steht | ||
| außer Frage. Tulln ist bis heute ein wichtiger Bestandteil des Clubs, sowohl am Fahrersektor, | ||
| als auch in der Gesamtorganisation. In der Zeit ab 1960 tat der Triumph Club Wien aber auch | ||
| eine Schritt, der ihn zu einem Eckpfeiler des österreichischen Motorsportkalenders machte. | ||
| Neben dem Castrol-Trial in Tulln begann man sich auch für den Rennsport zu interessieren. | ||
| Gemeinsam mit dem ÖAMTC-ZV Hainburg wurden zur Meisterschaft gewertete Bergrennen | ||
| am Braunsberg zur Durchführung gebracht und als 1969 der Österreichring eröffnet wurde, | ||
| begann die Zeit der traditionellen Silver-Cup-Rennen. Verschiedenen Firmen traten bei den | ||
| Silver-Cups auf - sie gaben dem Rennen ihren Namen: Castrol, Martha und Pirelli. Nie waren | ||
| die Silver-Cup-Meetings ein finanzieller Erfolg - egal ob ein Phil Read, ein Länsivouri, ein | ||
| Pat Hennen oder ein Roberto Gallina antraten - aber sie hatten immer hohen sportlichen Wert | ||
| und sicherten stets die österreichische Staatsmeisterschaft. Dass der Triumph Club Wien den | ||
| Silver-Cup bis 2008 insgesamt 40 mal durchführte, ist ein Beweis, dass der Verein kein Sparverein | ||
| ist, jedoch gewillt ist, auch den letzten Euro in den Motorsport zu investieren. Dank natürlich den | ||
| Sponsoren, denen der sportliche Gedanke ebenfalls mehr ist, als finanzielle Machinationen zur | ||
| Füllung der Clubkasse. Man weiß bei den unterstützenden Firmen genau, dass das investierte | ||
| Geld beim Triumph Club Wien niemals für vereinspolitische Saufgelage oder familiäre | ||
| Sonntagsausflüge verwendet wird. Die zur Verfügung gestellte "Marie" fließt unverzüglich in den | ||
| Wettbewerbssport. | ||
| Noch ein Wort zum damaligen Castrol-Pokal-Trial. Um zu lernen, holte der Club die besten | ||
| Trialisten der Welt nach Tulln und sie machten den Trial-Sport in Österreich "salonfähig" | ||
| und gaben die Impulse zum Ausbau dieses Sports. Als die FIM dann für Trial eine | ||
| Weltmeisterschaft ausschrieb, bewarb sich der Club sofort um einen Lauf und führte diese | ||
| WM-Läufe mehrmals durch. Doch bleiben wir noch bei einer Rückblende. Fast nahtlos fügten | ||
| sich ab 1970 wieder junge Fahrer und neue Teams ins Clubgeschehen ein. Gut von den | ||
| bewährten Routiniers geführt, waren bald neue Namen in den Erfolgslisten zu lesen. | ||
| Trotz des "harten Schnitts", sprich Umwandlung vom Markenclub zum für alle Maschinenmarken | ||
| offenen Motorradsportclub, gab es keinerlei Einbußen im Sportbetrieb oder dem Clubleben. | ||
| Triumph-Coventry hatte aufgehört konkurrenzfähige "Eisen" zu bauen und innerhalb kürzester | ||
| Zeit hießen also die Sportgeräte nicht mehr Triumph-Bonneville oder Trident sondern Honda, | ||
| Suzuki, Kawasaki, Yamaha, Ducati, Cagiva, MV-Augusta, Laverda, Aprilia, KTM usw. | ||
| Von Triumph blieb nur noch der traditionelle Name. Und der muss bleiben. Er hat auch nach | ||
| über 55 Bestandsjahren sein unangetastetes Flair, er ist im Club verankert als Begriff des | ||
| Motorradfahrens schlechthin. Waren es anfangs der 70er-Jahre noch Peter Kleyhons, Egon Hat, | ||
| Gerhard Herbert, Thomas Besenyei und Peter Holper, die auf Triumph-Maschinen gewannen, | ||
| waren es später Helmut Kaspar, Günter Nussmüller, Erwin Trnek, Fritz Kerschbaumer, | ||
| August Weissner und Helmut Wagner, die auf japanischen Modellen ihre Erfolge herausfuhren. | ||
| Und daß Hans-Günter Bauer auf Kawasaki und Franz Miscany auf Honda die Staatsmeisterschaft | ||
| gewannen, zeigt, daß sich die Fahrer des Clubs sehr gut auf verschiedenes Maschinenmaterial | ||
| umstellen konnten. Gegenwärtig fahren die Mitglieder der letzten Generation, Martin Hejduk, | ||
| Harald Portschy, Martin Eppinger und Thomas Riedel die Lorbeeren für den Triumph Club Wien | ||
| nach Hause. Auch Martin Loicht war als alteingesessenes Clubmitglied auf allen möglichen | ||
| nationalen und internationalen Rennstrecken vertreten und erzielte auch hier immer wieder | ||
| beachtliche Erfolge. Er verstarb leider schon im 48. Lebensjahr am 10.06.2010 auf der Isle of Man, | ||
| dem wohl bekanntesten und gefährlichsten Motorradrennen der Welt. | ||
| Ebenso positiv wie im Rennsport, vollzog sich der Umstieg auch im Wertungssport - nun Enduro-Sport. | ||
| Nach dem Abtreten von Meister Karl Sommerbauer rückten die Newcomer des Clubs rasch an die | ||
| Spitze bei Geländemeetings, wobei auch Karl Handl, Fritz Pelz und Christian Korzinek Staatsmeister | ||
| wurden. Erstklassige nationale und internationale Erfolge wurden auch durch Oliver Brichard, | ||
| Gerald Hasslinger und Christian Weinhara erzielt. Aber auch eine ganze Menge junger Fahrer, | ||
| berechtigt noch zu großen Hoffnungen im Enduro- und Rennsport. | ||
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In den 90er-Jahren entstand auch die österreichische Supermotorrad Meisterschaft und die jungen |
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| Clubmitglieder Hans Tetour jun. und Ralph Kimmel waren ein fixer Bestandteil dieser | ||
| Staatsmeisterschaft. Besonders hervorheben konnten sich die Piloten Paul Kondziolka | ||
| und Roland Resch, die ebenfalls einzigartige Erfolge auf deren Motorsportkonto verbuchen konnten. | ||
| Als Gründungsmitglied des Triumph Club Wien kenne ich die Situation des Vereins vom ersten | ||
| Tag an. Ich kenne die Linie, kenne die zukünftige Marschroute, aber auch die Grenzen dieses Clubs. | ||
| Und wie es jetzt aussieht, kann ich nur feststellen: die Sicherheit und Kapazität des Triumph Club | ||
| Wien ist auch weiterhin nicht gefährdet. Mit ca. 200 Mitgliedern, einer Vielzahl von prominenten | ||
| Ehrenmitgliedern, einem ausgefüllten Sportprogramm und den harten, seit über 58 Jahren | ||
| funktionierenden Statuten kann es auch im 21. Jahrhundert für den Club keine Engpässe geben. | ||
| HANS BAHMER | ||
| Vizepräsident TOMCC | ||